Pokémon Go: So nutzen Clinton und Trump die App für ihren Wahlkampf

Pokémon Go als Campaigning-Tool? Im Land der unbegrenzten Wahlkampfmöglichkeiten kein Problem: kaum hat sich Pokémon Go zum absoluten Hype entwickelt gehen Hillary Clinton und Donald Trump bereits mit den ersten Anwendungen für ihren Wahlkampf live.

Einen Tag nach dem Donald Trump seinen Vizepräsidentschaftskandidaten Mike Pence benannt hat, hält Hillary Clinton ihr erstes Pokémon-Kampagnen-Event in einer Pokémon-Arena im Swing-State Ohio ab.

Fangt Pokémon und erfahrt neues über Hillary Clinton

„Join us as we go to the Pokestop in Madison Park and put up a lure module, get free pokemon & battle each other while you register voters and learn more about Sec. Hillary Clinton!“ – hier der Link zum Clinton Kampagnen-Event

Hillary Clinton Pokémon Pro Kampagnen Veranstaltung in Ohio

„Sei dabei, wenn wir beim Pokéstop am Madison Park ein Lockmodul erstellen“ schreibt Team-Clinton auf der Kampagnenseite. Schnappt euch ein kostenloses Pokémon und kämpft gegeneinander, während ihr Wähler registriert und mehr über Hillary Clinton erfahren könnt.“ Das Spektakel mit dem Titel „Schnapp sie dir alle“ wird in Lakewood, Ohio durchgeführt.

Pokémon-Go-Vote App

Bei einer Veranstaltung forderte Hillary Clinton die Entwickler auf die App weiterzuentwickeln: „Ich weiß nicht wer die App Pokémon Go entwickelt hat, aber ich versuche sie dazu zu bekommen, eine „Pokémon-Go-Vote“ App zu programmieren!“

Wie kommt Pokémon Go im Wahlkampf zum Einsatz?

Vorstellbar wäre es, Lock-Module in Kombination mit Pokéstops in der Nähe von Wahlkampf-Büros zu platzieren, um Freiwillige Wahlhelferinnen und Wahlhelfer dazu zu mobilisieren anschließend für Clinton und Trump Anrufe zu machen. Um die Wahlbeteiligung gerade bei der jüngeren Zielgruppe zu steigern wäre es aber auch denkbar, Pokéstops rund um die Wahllokale zu platzieren.

Wählermobilisierung mit Pokémon Pro

Wie Donald Trump Pokémon Go nutzt

Es war nur eine Frage der Zeit bis auch Donald Trump Pokémon Go für seine Kampagne nutzt. Auf Facebook teilt Trump sein Negativ-Kampagnen Video, in dem er Clinton als „Crooked Hillary“ à la Pokémon präsentiert.

Donald Trump Pokémon Pro

 

Ob es gefällt oder nicht — Pokémon Go ist in der Wahlkampfrealität angekommen. Bleibt nur noch zu sagen: Prepare to battle…um die Zukunft der USA!

Rasantes Wachstum

Pokémon Go ist bereits jetzt das erfolgreichste Live-Spiel in der Geschichte des mobilen Gamings. Statistiken von Similar Web zeigen, dass die App bei Nutzern durchschnittlich 43 Minuten und 23 Sekunden in gebrauch ist – deutlich höher als WhatsApp, Instagram, Snapchat und Messenger.

 

Pokémon Pro Statistiken

Pokémon Go noch nicht runtergeladen? Wenn Sie unbedingt müssen: hier gehts zum Download der iPhone App.

LMAO: Präsidentschafts-Wahlkampf mit Emojis

Newsletter und Fundraising Pages? Klar. Um der Generation-Y ordentlich auf Snapchat einzuheizen, greift Hillary Clinton’s Social Media Team zu einem eigens für iOS entwickelten Hillary-Keyboard namens Hillarymoji.

Das neue Keyboard, das im Apple Store erhältlich ist, umfasst 20 Hillary Clinton Sticker die ab sofort jede WhatsApp, Facebook und SnapChat Nachrichten zu einem Hillary-Wahlkampfinstrument machen.

Die Hillarymoji zeigen Hillary Clinton z.B. in einem T-Shirt mit der Aufschrift: „Die Zukunft ist weiblich“

Dave Renz, der Mitgründer der Softwareschmiede Tanooki Labs und Architekt von Hillarymoji sagt: „Wir haben Wert darauf gelegt, dass diese Emojis nicht unsinnig sind. Wir haben uns echt Gedanken gemacht, wie sie in eine Konversation integriert werden können, damit User sie auch wirklich verwenden.“

Emojis-Campaigning mit Call-to-Action: Spende jetzt!

Es geht aber nicht ausschließlich um Spaß. Einige der Sticker haben einen klaren Call-to-Action: Spende jetzt! — mit Link auf die Spenden-Seite der Clinton Kampagne. Diejenigen die anschließend auch wirklich spenden, bekommen einen besonderen Clinton emoji.

Werden die Hillarymoji den Wahlkampf revolutionieren oder Clinton die entscheidenden Stimmen Vorsprung vor Donald Trump verschaffen? Sicherlich nicht. Es zeigt aber einmal mehr, wie Kampagnen-Macher neue Formen der Kommunikation testen und über Marketing im Wahlkampf nachdenken.

Hier kann man das Hillary Emoji Keyboard im iTunes Store runterladen.

Neuer Button, mehr Spender? Der Facebook Spenden-Button für NGOs

Wir erinnern uns noch alle an den Sommer 2014, als die ALS Ice Bucket -Challenge  – eine der viralsten Kampagnen aller Zeiten wurde – und das vor allem durch die sozialen Netzwerke, allen voran Facebook. Die National ALS Association konnte so eine Spende von 115 Millionen Dollar verbuchen, fast das sechsfache der bis dato registrierten jährlichen Einnahmen. 440 Millionen Facebook-User sahen 17 Millionen Videos von Leuten, die sich insgesamt 10 Miliarden mal einen Eimer mit Eiswasser über den Kopf schütteten. Doch Spenden konnte man über Facebook nur indirekt mit einer Verlinkung zu einer Fundraising Landingpage.

Das wiii_1517c8181d2950d0rd sich nun ändern: Seit  Mitte November bietet Facebook, mit seinen über 1,39 Mrd. aktiven Nutzern, eine neue Fundraising-Möglichkeit, um Spender zur Unterstützung bei Naturkatastrophen, der Bekämpfung von Krankheiten, Hunger oder zum Schutz bedrohter Tierarten zu mobilisieren

Wird die neue Spendenfunktion die Einnahmemöglichkeiten von NGOs in Deutschland erhöhen?

Der Spenden-Button für NGOs ermöglicht es jedoch vorerst nur den US-amerikanischen Hilfsorganisationen auf Facebook Spenden zu sammeln.  Bis der Spenden-Button in Deutschland eingeführt wird und Organisationen dieses Tool nutzen, dürfte es wohl noch eine ganze Weile dauern. Dann bleibt nur noch abzuwarten, wie diese neue Fundraising-Möglichkeit von den Nutzern angenii_1517c9c3b922d3d8ommen wird. Bisher haben auf der Facebook-Spendenseite des WWF 108 Fans rund 1.752 Dollar gesammelt. Bis zu 10.000 Euro möchte der WWF in den nächsten vier über den Facebook-Spendenbutton generieren.

NGOs dürften gespannt sein, ob die neue direkte Spendenmöglichkeit über Facebook neue Unterstützer mobilisiert, die bisher noch gar nicht gespendet haben. Das deutsche Spendenvolumen lag im Januar bis September 2015 bei 3,4 Milliarden Euro (ein Plus von 13,6% gegenüber dem Vorjahreszeitraum, das vor allem im Bereich humanitäre Hilfe und Tierschutz zu verbuchen war).

Auch die Anzahl der Spender liegt über dem Vorjahreszeitraum: Insgeii_1517c9d2dd4710bfsamt 18,4 Mio. Personen – das sind 27% der deutschen Bevölkerung – haben von Januar bis September 2015 Geld gespendet. Im Vorjahr waren es 17,3 Mio. Personen. Somit stieg die
Spendenhäufigkeit von 5,1 Spenden
pro Person auf 5,3 Spenden pro Person bei einem Euro der durchschnittlichen Spende mehr im Vergleich zum Vorjahr (hier der Bericht zum Vergleich).

Als einer der ersten Partnerorganisationen testet Facebook mit dem WWF die direkte Werbung um Spenden. Durch die neue Fundraising-Möglichkeit können Non-Pro
fit Organisationen nicht nur viel mehr Menschen direkt erreichen, sondern auch neue Zie
lgruppen ansprechen, um ihre gemeinnützige Arbeit zu finanzieren. Denn der Spendenaufruf kann mit seinen Freunden geteilt und damit der potentielle Spender- und Unterstützerkreis deutlich erweitert werden.

Medientraining: Wie Sie das nächste Interview vor der Kamera meistern

Ende letzter Woche haben wir bei den Kollegen des Campaign Bootcamps ein Medientraining mit dem Fokus auf TV-Interviews durchgeführt. Einige wichtige Tipps für einen erfolgreichen Auftritt vor der Kamera haben wir hier noch einmal zusammengestellt:

1. Vorbereitung: Ganz gleich, ob Sie ein 1:30 Telefoninterview mit einem lokalen Radiosender führen oder eine Stunde live zur Primetime im Fernsehen interviewt werden: Medienauftritte müssen professionell vorbereitet werden.

2. Kernbotschaften: Entwickeln Sie maximal drei Kernbotschaften (30 Sekunden), die Sie beim Publikum herüberbringen wollen und schneiden Sie die Botschaften auf die entsprechende Zielgruppe zu.

3. Aufbau der Botschaft: Nutzen Sie kurze Sätze, antworten Sie konkret, stellen Sie regionale Bezüge und Vergleichbarkeit her, nutzen sie eine aktive und verbale Sprache und machen Sie Pausen zwischen Ihren Sätzen, um lästige „Ähms“ zu vermeiden.

4. Belege für die Botschaften: Nutzen Sie harte Belege (Statistiken, Zahlen, Trends) und weiche Belege („menschelnde“ Geschichten, Erfolgsgeschichten, persönliche Erlebnisse), um Ihre Botschaften für das Publikum eingängig zu machen.

5. Outfit: Ein Medienauftritt ist kein Tag für Experimente. Tragen Sie etwas, in dem Sie sich wohlfühlen, vermeiden Sie allzu auffälligen Schmuck und achten Sie darauf, keine Fussel oder ähnliches auf Ihrer Kleidung zu haben, wenn Sie vor die Kamera treten.

6. Kontrolle: Der Journalist ist weder Ihr Freund noch Ihr Feind (meistens zumindest). Betrachten Sie ein Interview nicht als simples Frage-Antwort-Spiel, sondern versuchen Sie gezielt, ihre Botschaften zu platzieren und zu belegen.

7. Bridge & Gap: Erkennen Sie die Frage des Interviewers an und leiten Sie anschließend mit wenigen Sätzen zu Ihren Kernbotschaften über, die sie vermitteln wollen.

8. Hintergrund: Achten Sie auf den Hintergrund, vor dem Sie ein Interview geben und scheuen Sie sich nicht, unvorteilhafte Elemente aus dem Bild zu nehmen oder den Hintergrund zu verändern (Vorhänge schließen etc.).

9. Drehstuhl: Lassen Sie sich niemals auf einem Drehstuhl oder einem beweglichen Bürostuhl interviewen. Andernfalls entlädt sich Ihre Nervosität in aufgeregten Bewegungen auf dem Stuhl und vermittelt dem Zuschauer ein unprofessionelles Bild.

10. Hände frei: Legen Sie alle Dinge (Schere, Stifte, Dokumente etc.) außer Reichweite, mit denen Sie geneigt sind, bei Nervosität herumzuspielen.

11. Ablenkung vermeiden: Stellen Sie sicher, dass alle Handys, Festnetztelefone oder sonstigen Geräte, die plötzlich einen Ton erzeugen können, außer Reichweite sind: Nichts ist peinlicher als ein surrendes Mobiltelefon mitten im Interview.

In den kommenden Monaten bietet die Campaigning Academy Berlin ein eintägiges Medientraining zum Verhalten vor und mit der Kamera an. Tragen Sie sich in unseren Newsletter ein, um sich den Frühbucherrabatt für das 1-tägige Seminar „Medientraining für TV- und Radio-Interviews“ zu sichern.